Wellen, Wind und wilde Meefos

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Eigene Bewertung: Keine
Jörn Wittenberg mit Silber und Gold.

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Zwei mal ü50 cm, was für ein Tag!
Traumhafte Abendstimmung auf Fehmarn, da könnte noch was gehn!

Rubrik: Angelbericht
Bundesland: Schleswig-Holstein
Fischarten: Meerforelle
Angelmethoden: Spinnfischen

Geo. Länge: 11.164856
Geo. Breite: 54.509921

Fehmarn, 14.04.2010

Bereits am Vorabend wusste ich, was auf mich zukommt, denn mein Lieblingssender Radio-Meefo auf 97,5 flötete nichts Gutes aus dem Lautsprecher: Nordwind der Stärke 4 bis 5. Und am Samstag sollte sich der vorhergesagte Gau bestätigen. Der Nordwind kam kalt und böig über das Wasser gefegt. Doch Fehmarn wäre keine Insel, wenn es nicht auch bei solch widrigen Bedingungen noch Möglichkeiten gibt. Und das schöne Ostholstein ist ja auch in Reichweite und kann mit Top-Stränden auftrumpfen. Doch es war erst mal Seife kauen angesagt! Ihre 1.000 Würfe hatten Mario, Helge und Christian mal ganz flauschig bis mittags schon abgearbeitet und auch ein erneuter Stellungswechsel brachte nicht wirklich Licht ins Dunkel. Irgendwo da draußen müssen die Biester doch sein, denn es wurde in den Tagen zuvor gefangen, warum sollte es dann heute nicht auch wieder klappen!? Aber an diesem Tag kam keine Flosse an Land und wir mussten uns mit dem herrlichen Sonnenschein und viel Theorie über den Tag retten.

Auch mein Guidinglatein war erschöpft und ich machte mir beim Einschlafen so meine Gedanken und beschloss für den nächsten Tag die Strategie ein wenig anzupassen. Und dass bedeutete noch flachere Bereiche als am Vortag anzulaufen und die Köder ordentlich auf Distanz zu befördern. Drei hoch motivierte Gäste begrüßte ich am Sonntagmorgen. Mit dabei war auch der angehende Lehrer Dirk, der so heiß war, dass er die letzten Tage schon auf eigene Faust einige Male los war. Und das Beste hatte sich Petrus für uns bis zum Ende aufgespart! Zum wiederholten Male bestätigte sich ein Muster auch an diesem Tag: Wer Meerforellen fangen möchte, kann morgens gerne eine Stunde länger schlafen und in Ruhe seinen Kaffee genießen. Die Mittagszeit und vor allem das Einsetzen der Dämmerung sind eine ganz heiße Zeit!

Die ersten Dorschbisse bekamen wir auf die schnell geführten Köder bereits gegen 16 Uhr und zur goldenen Stunde mit Beginn des Sonnenuntergangs, begann es zu hageln! Richtig, zu hageln! Doch der Hagel spielte sich in Form von wild kämpfenden und silberblanken Meerforellen ab. Die Fische waren in super Kondition und konnten sich offenbar nach dem Winter bereits ordentlich Speck anfuttern, was auch die Heringe und Tobiasfischen im Magen belegten. Auch bei den Nachbarn am Strand waren krumme Ruten zu beobachten. Eine ganze Reihe toller Fisch landete in den Keschern. Der Lohn für einen langen und tollen Tag. Und Motivation genug, um sich immer vor Augen zu halten: Das Beste kommt eben zum Schluss! Im Zentimetern ausgedrückt bedeutet das: 58cm, 55cm, 50cm, 44cm und nochmal 44cm.

Fotos und Text: www.angeln-fehmarn.de