Riesenhecht aus der Alster

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Eigene Bewertung: Keine
Schleusen-Wärter aus der Alster

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Rubrik: Angelbericht
Bundesland: Hamburg
Fischarten: Hecht
Angelmethoden: Jiggen

Geo. Länge: 10.028629
Geo. Breite: 53.622369

Hallo Petri Jünger,

hier mein Bericht vom 8. Juni 2010.

Eigentlich war ich an dem Tag ziemlich schlecht ausgelastet, hatte ich doch weder joggen können, noch mich auf mein Rennrad gesetzt. Zudem hatte ich ein nur zu kurzes Mittagsschläfchen gehalten und war danach noch "besserer" Laune. Das Wetter gab sein übriges: dunkel verhangen und Nieselregen.

Also borgte ich mir das Auto meiner Frau und fuhr mit Hund und Ausrüstung an die Alster. Zu all meiner Freude machte der kleine Terrier jede Menge Stress jedes mal wenn  der Gummfisch ins Wasser eintauchte. Auch sie wollte gerne baden gehen und jaulte ununterbrochen um Erlaubnis.

Da ich (noch) kein Profi in aktiver Stressbewältigung bin, brachte ich sie kurzer Hand wieder ins Auto - erst einmal Ruhe - endlich.

So erfolgten endlich einige unkommentierte Würfe ins dunkle Nass. Ich war voller Tatendrang, hatte ich an diesem Spot bereits 3 Wochen zuvor einen maßigen Hecht auf einen schwarzen Spinner gefangen. Zudem kursierten Gerüchte, dass eine weitere Woche zuvor, ein Wels von 1m auf einen Wobbler (!!!) überlistet wurde. Grund genug, hier weiter sein (Petri) Heil zu suchen.

Etwa zwanzig Minuten später hatte ich einen Hänger in Ufernähe. Schwer und träge zog ich das Holz Richtung Ufer. Ich musste vorsichtig sein, da ich lediglich ein 0,35mm Monofil-Vorfach an meine geflochtene geknotet hatte (ich hatte es ehrlich gesagt auf Zander abgesehen).

Nun fing das Treibgut plötzlich an, Widerstand zu leisten und das Tauziehen begann!

Der Drill war der Hammer, fast so spektakulär, als würde man ein Billy-Regal aus einem Ententeich ziehen. Umso größer wurden meine Augen, als ich mehr und mehr von dem schwedischen Möbelstück an der Wasseroberfläche erblickte.

Dann ging alles sehr schnell, ich kann mich nicht mehr an einen Anhieb erinnern, also her mit dem Kescher. Diesen hatte ich mir derweil zwischen die Beine geklemmt, konnte ihn allerdings nicht bedienen. Beide Arme zusammenführen - unmöglich! Billy zog nun zu heftig! Ich rief zwei Anglern am anderen Ufer zu, sie mögen mir zu Hilfe kommen. Neben mir war ein Jogger aufgetaucht - glücklicherweise auch ein Angler (und von dem Moment an motivierter denn je ;))- und half mir den Kapitalen zu landen.

Wie man auf einem Bild erkennen kann, war es die letzte (Spitzen-) Aktion des Keschers. Als der Fisch aus dem Wasser gehoben wurde, ächzte dieser schliesslich entzwei.

Schuld daran war ein 106cm grosser und 20 Pfund schwerer Hecht, der meinen Kopyto genommen hatte.

Ein wahrer Schleusen-Wärter - mich ließ er an diesem Tag passieren.