24h im Angelparadies Zwillbrock

4.666665
Durchschnitt: 4.7 (3 Bewertungen)
Eigene Bewertung: Keine

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Rubrik: Angelbericht
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Fischarten: Stör, Karpfen
Angelmethoden: Grundangeln

Geo. Länge: 6.708870
Geo. Breite: 52.051804

Dies ist die Geschichte von vier AFH´lern plus Kids, die sich zum Angelparadies Zwillbrock begaben um kapitale Fische zu landen. Normalerweise könnte man dieser ereignisreichen Story auch andere Titel geben, wie zum Beispiel: "Ein Mann, ein Lachs" oder "Eine neue Spezies (A)-Fisch wurde entdeckt"

Aber lest selbst:

Morgens pünktlich um 10 Uhr machten wir (Markus, Michael, Jo-Ann ,Nico) uns auf den Weg. Auf dem Rastplatz eben angehalten, Benny und Dennis waren schon da, so das wir alle gemeinsam, nach kurzem Shake Hand und Smalltalk die Fahrt zum Angelparadies nach Zwillbrock aufnehmen konnten. Auf dem Hinweg lief alles Reibungslos, von den 3 km Umweg am AB-Kreuz Münster-Süd mal abgesehen.

Gegen halb zwölf hatten wir unser Ziel erreicht! Wir meldeten uns, wie zuvor telefonisch vereinbart, an der "Rezeption" an. Da wir noch etwas Zeit hatten, bis unser Platz frei war, konnten wir noch einen Kaffee trinken und mit Andreas plaudern. Dort trafen wir auch Christian (Final29), der sich ein anderes Ziel suchen mußte, da "Lake Zwille" keinen freien Platz mehr hergab.

Nach einer guten halben Stunde war es dann soweit: wir konnten unser Revier besetzen, das dann später obligatorisch mit der AFH-Fahne versehen wurde. Jetzt wurde das Tackle aufgebaut, wo mein Rod Pod zunächst ziemlich nahe an Markus seinem stand. Während Markus mit der Lotrute die Gewässerstruktur ausfindig machte und Benny sowie Dennis ihre Montagen schon ausgelegt hatten, konnte ich vorerst nur eine Montage auslegen. Ich mußte warten bis die Nachbarn aus Mönchengladbach die Heimreise antraten. So gegen 14.30 bauten sie ihr Tackle zusammen. Endlich konnte ich mein Rod Pod auf dem Platz aufbauen, wo vorher noch das Borussen-Pod stand. Umgehend hatte ich meine drei Ruten beködert und ausgebracht. Eine mit meinem Erfolgsköder 2011, "The Magic Rig". Die zweite und dritte Rute beköderte ich mit zuletzt bei Successful-Baits erworbenen "White Halibut" Boilies. Später tauschte ich allerdings einmal Boilies gegen Halibut-Pellets. Irgendwann so gegen Spätnachmittag hatte Benny einen Fullrun vom allerfeinsten. Sein Kommentar: "Ich habe schon viel erlebt, aber so etwas noch nicht!" Was war geschehen? Ein Big-Fish hatte Interesse an dem angeboten Wurmbündel. Man konnte die Kraft dieses Protzes förmlich an der Rute erkennen. Leider verlor Benny diesen Fisch aufgrund einer Materialermüdung im Hakenbogen. Sichtlich verärgert über diesen Fischverlust beköderte Benny seine Rute neu. Ich weiß nicht ob es für diese Rute war aber ich gab ihm erst einmal einen Haken, wie ihn Karpfenangler verwenden. High Quality (grins)! Mittlerweile piepste mal jeder Bissanzeiger der AFH-Connection, leider ohne Erfolg. Zum Spätnachmittag wurde dann der Grill befeuert um zu Abend zu essen. Während Markus der Gedanke kam, sein Bivy nicht aufzubauen, hielt ich es für sicherer einen Regenschutz zu haben und baute meine Behausung und Liege auf.

Bis hier hin schien alles seinen gewohnten Lauf zu nehmen und es waren keine besonderen Vorkommnisse zu verzeichnen, den Run von Benny mal ausgenommen. Wir haben uns super Unterhalten und viel gelacht, alles in allem eine klasse Runde. An der Stelle möchte ich mal erwähnen, das wir alle so ziemlich auf einer Wellenlänge sind, mal abgesehen von den Zielfischen (hihi). Langsam meldete sich der elektronische Bissmelder an Markus seinen Ruten immer häufiger. Kurzer Pieps und Markus stand waagerecht in der Luft. Hände an der Rute und schon war es wieder vorbei. Das ging so eine ganze Weile und bis Markus langsam leicht genervt schien...aber humorvoll war er immer noch und sah das ganze mit einem  smarten lächeln.......piiiiiieeeeeep!!! schon stand er wieder bereit zum Gegenangriff stürtze er den kleinen Hang, übersäät mit Baumwurzeln, zu seinem Rod Pod...was passiert???....nichts!!! Ruhe kehrte wieder ein. Spätestens jetzt war der A-Fisch geboren!!! Langsam wurde es Dunkel und die letzten Vorbereitungen für die nächtlichen Run´s wurden getätigt. Ach so .... , es piiiiiepte mal wieder bei Markus an der mittleren Rute. Markus wechselte öfter mal seine Montage und Rigs und feuerte seine Montage immer wieder auf das ca. 70 Meter entfernte Plateau. Um einmal Licht ins Dunkel zu bringen, der A-Fisch schien Markus irgendwie Ärgern zu wollen denn nur auf dieser "mittleren" Rute des Rod Pods, trieb er sein Unwesen, das wäre sehr wahrscheinlich ein wertvolles Indiz für einen Kommissar gewesen. Zunächst saß ich noch auf meinem Stuhl umhüllt vom Schlafsack, leider zog der frische Wind etwas an den Beinen. Nachdem ich Markus vor mir auf seiner Liege schön eingemummelt im Schlafsack liegen sah, zog ich meine 2 Meter vor und legte mich ebenfalls in die waagerechte.

Ich möchte nicht unerwähnt lassen das sich genau an unserem Sitzplatz eine Taube in den Ästen.....platsch!!!...saß und ständig ihren Darm entleerte. Wir alle haben uns gefragt: "Was hat die alles gefressen um so viel sch..... zu müssen?" Die Taube saß und saß, flog nicht einmal weg. Piiiiieeep, da war es mal wieder soweit! Bißanzeiger optisch und akustisch nahmen ihre Arbeit auf - die Folge - Markus hoch zu seiner Rute und wieder mal Ruhe! Aber auch die Bißanzeiger von Benny, Dennis sowie meiner, schrillten in unregelmäßigen Abständen auf. Leider auch hier ohne Erfolg. Es war so kurz vor Mitternacht als einer Bißanzeiger von Markus wieder Alarm meldete und ich meine noch zu wissen das es sich erneut um die Mittlere auf seinem Pod handelte. Diesmal aber konnte Markus einen 70 cm Stör landen. Platsch!!!...die Taube machte sich auch mal wieder bemerkbar und Dennis rückte etwas näher um dem nächtlichen Dauerfeuer der Taube auszuweichen. Nachdem der Fisch gelandet war, Benny und Dennis saßen noch bei Markus und mir, naja die letztgenannten lagen ja bereits schon, wurde es etwas ruhiger ums uns. Irgendwann wurde ich auch von meinem Bissi geweckt, ich mußte aber feststellen dass ein Nachbar einen Waller gedrillt hat und der durch meine Schnur geschwommen ist und daher den Bissi auslöste.

Nun wurde es mal unruhig: der Welsangler bat um Hilfe und Benny zögerte keine Sekunde, Taten folgen zu lassen. Während ich immer noch meine Schnur befreien mußte, konnte Benny den Waller von 1,78 m per Hand landen. Gepiept hat es die ganze Nacht, bei so vielen Anglern am See ist das auch kein Wunder! Es war gegen 4 Uhr Morgens, hoffe die Zeit stimmt, als Benny wieder einen seinen Big-Fish-Runs hatte. Ein kräftiger Fisch, vermutlich ein Waller, war mit seinen Fluchtversuchen erfolgreich. Bei dem Drill schwamm der Waller gleich mal durch zwei bis drei Schnüre und schlitze aus. Sichtlich verärgert, was man verstehen muß, beköderte Benny seine Rute und legte die Montage erneut aus. Auch am frühen Morgen war der Taubendarm immer noch nicht entleert....platsch! Ich hatte mich schon gefragt wo ist der dritte unser Crew, Dennis? - Er saß vor seinen Ruten im Stuhl und man konnte aus der Entfernung gut erkennen, dass ihm wohl kalt war. Gekrümmt saß er in einer dünnen Decke, die er sich über die Beine gelegt hatte, den Oberkörper wärmte eine Jacke, wobei warm hier als relativ anzusehen ist. Markus und auch ich durften in der Nacht auch einige Male an die Rutenauflagen aber leider Vergebens - kurzer Run - Ruhe! Man könnte fast meinen die Flossenträger wollen nur spielen. Markus hatte sich schon gefreut, als er den Stör landen konnte, A-Fisch ist eingetütet. Leider hat er nicht damit gerechnet, das A-Fisch seinen Bruder eingeweiht hat und so ging das Spiel erneut los. Wir, Benny, Dennis und ich fanden die Prozedur schon recht amüsant, so das wir uns schon vor Lachen nicht mehr eingekriegt haben. Langsam wurde es wieder Hell und ein neuer Tag erwachte. In der Phase des Sonnenaufgangs konnten wir einen Regenbogen sehen und welch Wunder, die Taube hatte sich mittlerweile soweit entleert, das sie die Starterlaubnis erhalten hat und flog davon. Immer wieder nickte ich auf der Liege ein und irgendwie auch wieder geweckt. Als die Wallerfänger am Morgen die Heimreise antraten, haben sie uns ihre Köder überlassen. Es wurde auch Zeit aufzustehen und zu Frühstücken. Nachdem Benny mir einen kleinen Wink gab, beköderte ich meine Ruten neu, zwei davon mit Edamer. Nach dem Frühstücksschmaus erhielt Benny eine Meldung seiner Aalglocke und Run Nummer 3 begann. Wieder durch Schnüre, diesmal waren es fünf! Ein kräftiger Stör wollte sich nicht einfach so fangen lassen. Die Bremsen der anderen Ruten waren offen um dem Stördrill nichts entgegenzusetzen. Bis auf ca. 4 Meter konnte der Stör ans Ufer und auch an die Oberfläche gedrillt werden. Wow!!! der war mindestens 1,40 m wenn nicht sogar größer. Wehement wehrte er sich mit starken Fluchtversuchen und Kopfschlägen um los zu kommen. Leider hatte er Glück und Benny Pech! Der dritte Big-Run innerhalb der Session und dreimal Fischverlust. Um auf den Edamer zurück zukommen. Mein Bissi meldete Alarm auf Rute 1. "Uii", dachte ich da ist der Käse drauf. Die Schnur lief pausenlos von der Rolle, also nahm ich die Rute auf und siehe da....Fischkontakt! Leider schlug sich auch dieser Fisch los. Nu stand ich da, wieder nix!

Leider hat auch jede Session mal ein Ende und wir packten gegen 12 Uhr unser Tackle ein. Zwischendurch kam Andreas, der Besitzer der Anlage, vorbei und erzählte uns, dass er in der Nacht 4 h gebraucht hat um einen 2,24 m Waller zu landen. Er war total Müde und ihm taten die Arme weh, sagte er. Ich glaube das kann man nachvollziehen.

Nachdem der Hänger wieder beladen war traten wir die Heimreise an. Auf der Autobahn wurde es im Auto zunehmend ruhiger und mir brannten die Augen und ab und an fielen sie auch zu. Die Kids spielten Quartett und Markus, so vermute ich mal, war auch Müde. Denn er öffnete auf der BAB sein Fenster und "Pfiff" ein Lied von Mendocino und anderen diversen Schlagern. Gott sei Dank war nicht "Herzilein" dabei, denn dann wäre ich sofort Wach gewesen (grins). In Hamm eingetroffen luden wir noch mein Tackle aus dem Hänger, da war die Session zu Ende.

Es gibt Momente im Leben die haben einen besonderen Titel verdient und sollten nie vergessen werden. Diese Zwillbrock-Session gehört zweifelsfrei dazu!

...A MOMENT LIKE THIS...Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Beteiligten bedanken. Auch wenn die Erwartungen eines ultimativen Fangs nicht erfüllt worden sind, es hat mir persönlich riesigen Spaß gemacht.