Krrah-krrah! Gulp?

4.5
Durchschnitt: 4.5 (2 Bewertungen)
Eigene Bewertung: Keine
"Halt den Schnabel" - mit Silkekrogen klappt's!
"Halt den Schnabel" - mit Silkekrogen klappt's!

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Und wenn der jetzt mit Anlauf in die Wathose schwimmt .... nee, dann doch nicht!
Und wenn der jetzt mit Anlauf in die Wathose schw .... nee, dann doch nicht!
Vandalen am Werk!
Vandalen am Werk!
Gefiederte Wegelagerer vor Sierksdorfs Küste
Gefiederte Wegelagerer vor Sierksdorfs Küste
Und Kai stand seelenruhig auf der Sandbank und fing und fing ...
Und Kai stand seelenruhig auf der Sandbank und fing und fing ...
Und daraus machten wir gegrillte Hornhecht-Spieße mariniert mit Honig,Thymian und Knoblauch - lecker!
Und daraus machten wir gegrillte Hornhecht-Spieße mariniert mit Honig,Thymian und Knoblauch - lecker!

Rubrik: Fishmaps-Bericht
Region: Nord-Deutschland
Bundesland: Schleswig-Holstein
Fischarten: Hornhecht
Angelmethoden: Spinnfischen, Posenfischen

Geo. Länge: 10.800751
Geo. Breite: 54.085841

Nee, wirklich, ich habe nichts verschluckt. Aber ehrlich gesagt fiel mir echt kein passenderer Titel für diese seltsame Begebenheit ein. Eigentlich wollten Kai Rohde von Kalles Angelshop und meine Wenigkeit im Juni 2006 nur zwei interessanten Ködern zum Hornhechtangeln für einen Rute&Rolle-Artikel auf den Zahn fühlen: zum einen dem aus unzähligen kleinen Fäden bestehenden „Silkekrogen“ (dänisch für „Seidenhaken“) und zum anderen den damals recht neuen GULP!-Ködern zum Meeresangeln, von denen es auch ein paar Varianten gab, die Fischfetzen imitieren sollten.

Fing auch alles prima an: Wir beluden eines der Boote, die man bei Kalles Angelshop mieten kann, und fuhren langsam Richtung Sierksdorfer Küste. Logischerweise konnte ich schon während der Fahrt meine Neugier auf dieses dänische Tüddelband nicht länger zügeln. Ich hing eine der ca. 10 cm langen Schlaufen in den Sprengring eines schlanken Blinkers, ließ dieses etwas ungewöhnlich aussehende Gespann zu Wasser und … fing nach nicht mal einer Minute den ersten Hornhecht. Das Zeug funktioniert bestens! Nach ein paar weiteren Hornhechten hatte ich dann auch die beste Methode gefunden, um die Fische mit dem langen dünnen Schnabel von den sich wirklich schon fast penetrant fest um die kleinen Zähne legenden Seidenfäden zu befreien. Langsames Ziehen und Drehen der Seidenschlaufen führte kaum zum Lösen der Silkekrogen. Recht fix ging es aber, wenn man mit zwei, drei kurzen harten Rucken in Schnabelrichtung (nicht quer dazu, sonst brechen die Schnäbel!) zieht.

Nach kurzer Fahrt erreichten wir die Küste, wo wir unser Boot festmachten, ins Wasser sprangen (jahaaa, natürlich MIT Wathose!) und ich meine Tasche mit Ködern an Land deponierte. Wir hatten nämlich vor, lieber vom Ufer zu fischen, da es einfach komfortabler ist, wenn man noch den einen oder anderen Fisch im Wasser fotografieren möchte.

Fehler Nr. 1 an diesem Küstenabschnitt: Lasse niemals eine Tasche geöffnet am Ufer liegen. Ich watete also mit Kamera und Spinnrute zuversichtlich etwas vom Ufer auf die erste Sandbank. Wir fingen Hornhechte wie auf Bestellung, ich schoss prima Bilder und … beging Fehler Nr. 2 an dieser Küste: ich ließ meine Utensilien am Ufer zu lange unbeaufsichtigt.

Hochzufrieden über den erfolgreichen ersten Teil (Silkekrogen fängt!) meiner Mission, watete ich wieder an Land und traute meinen Augen nicht: fast der gesamte Inhalt meiner Tasche lag verstreut am Strand und der Großteil der GULP!-Köder war weg! Und nirgendwo ein Mensch zu sehen! Kopfschüttelnd suchte ich die Sachen zusammen und watete zu Kai zurück, um ihm von diesem seltsamen Vorfall zu berichten. „Ach, ja, stimmt ….“, entfuhr es ihm „... das waren bestimmt die Krähen!“

Gut. Kai macht manchmal Witze.

Wollte ihn schon bitten, mich nicht auch noch auf den Arm zu nehmen, als ich mich umdrehte und meinen Augen nicht traute: zwei Krähen hüpften hektisch an meiner Tasche rum und hackten auf irgendetwas ein. Ich schoss schnell ein Foto, rannte (O.K. ..., im hüft-tiefen Wasser sieht's dann doch eher wie watscheln aus) so schnell es ging und laut fluchend Richtung meiner erneut vertreuten Utensilien und staunte nicht schlecht: Krähen scheinen GULP! zu lieben!!! Es war nichts mehr übrig von der Tüte mit den kleinen Fischfetzen-Imitationen. Somit hatte sich jede Chance für einen GULP!-Test verflüchtigt. Wenigsten hatte Kai noch ein paar Seeringelwürmer mit (übrigens seine Lieblingsköder für Hornhechte!), so dass wir den Tag noch mit ein paar weiteren Fischen beenden konnten.

Mein einziger Trost war, dass ich wenigstens belastendes Bildmaterial sichern konnte, da ich sonst wahrscheinlich in der Rute&Rolle-Redaktion ein ernsthaftes Glaubwürdigkeitsproblem bekommen hätte. Na, ja, und der eine oder andere Gedanke kreiste auf meiner Heimfahrt um die Frage, wie souverän Krähen wohl mit einer hartnäckigen Verstopfung umgehen …

Oder wie man auf krähisch sagt: „Krrah! Krrah! Krrahhhhh!“, was soviel heißen dürfte wie „sowas kommt von sowas!“