Heringsangeln in Kiel - die besten Plätze

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Heringsangeln in Kiel am Germaniahafen
"Making a good time" ab März an der Kieler Förde ...

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Heringsangeln in Kiel am Sartorikai
Immer stark von Heringsanglern frequentiert - der Sartorikai im Kieler Hafen
Heringsangeln in Kiel am Germaniahafen
Herrliche Kieler Hafen-Mischung: Schiffe und Fische!
Heringsangeln in Kiel an der Hörn - hier der Sperrbezirk
Der gut zu erkennende Fisch-Schonbezirk am Willy-Brandt-Ufer (Ostseite der Hörn)
Heringsangeln in Kiel am Nord-Ostsee-Kanal an der alten Levensauer Hochbrücke
Auf beiden Seiten der alten Levensauer Hochbrücke liegen Top-Stellen für Heringsangler
Heringsangeln in Kiel am Nord-Ostsee-Kanal an der Holtenauer Hochbrücke
Große Schiffe, große Brücke, ... große Heringsschwärme?
Heringsangeln in Kiel am Nord-Ostsee-Kanal an der Holtenauer Hochbrücke
Feiner Unterschied: Frau fängt - Mann angelt ;-)
Heringsangeln in Kiel
Feine Heringe! Der Eimer füllt sich
Heringsangeln in Kiel am Tiessenkai
Heringsangeln am Tiessenkai ist eigentlich erst ab dem Ende der Spundwand erlaubt ....
Heringsangeln in Kiel an der Hörn
Der Abend kommt ... und mit ihm die oftmals beste Heringszeit des Tages

Rubrik: Fishmaps-Bericht
Region: Nord-Deutschland
Bundesland: Schleswig-Holstein
Fischarten: Hering
Angelmethoden: Molenangeln

Geo. Länge: 10.145345
Geo. Breite: 54.320915

Jedes Jahr ab März ist es wieder soweit: An zahlreichen Stellen der Kieler Förde bevölkern Angler in einer Dichte die Spundwände und Uferbefestigungen, dass auch dem letzten Nicht-Angler klar wird: Angler sind wohl doch richtig gesellige Zeitgenossen!

Tatsächlich lässt aber nicht allein die Freude an Gesellschaft, sondern eine  - nicht mal sonderlich große – Fischart so viele Angler auf engstem Raum verharren: der Hering. Je nach Witterung bzw. Dauer des Winters ziehen große Heringsschwärme in die flachen Bereiche der Kieler Förde und den Nord-Ostsee-Kanal, um dort ihrem Laichgeschäft nachzugehen. Da Heringe zum einen lecker und zum anderen (wenn sie denn da sind!) recht einfach und in großen Stückzahlen zu fangen sind, wird von vielen Anglern zumindest einmal pro Jahr das Angelgerät aus dem Keller geholt, wenn es heißt: Der Hering ist da! Nicht nur Nordlichter zieht es zu dieser Jahreszeit zum Heringe angeln an die Ostsee, auch viele Urlauber aus südlicheren Bundesländern stimmen teilweise ihren Urlaub auf dieses anglerische Großereignis ab.

Heringsangeln ist alles andere als schwierig. Das einzig komplizierte am Heringsangeln ist in der Regel die Frage, wo man angeln darf und ob und welchen Angelschein man hierfür braucht!

Rechtliches: Fischereischein, Urlauberfischereischein und Fischereiabgabe

Wer im Kieler Hafen angeln möchte, benötigt zuerst einmal eine gültigen Fischereischein. Voraussetzung, um in Deutschland einen Fischereischein zu erhalten, ist das Ablegen einer Sportfischerprüfung. Mit diesem Prüfungsnachweis kann man dann in seinem jeweiligen Bundesland z.B. bei der Kommunalverwaltung seinen Fischereischein erwerben. Zwar wird in Schleswig-Holstein der Fischereischein aus anderen Bundesländern anerkannt, aber zusätzlich wird hier - anders als in den übrigen Bundesländern - die Bezahlung der Fischereiabgabe (derzeit 10,- € pro Jahr) verlangt.

Für Urlauber aus anderen Bundesländern gibt es allerdings eine Ausnahme, die den Angelstart erleichtert: Wenn man keinen Fischereischein besitzt, kann man als Tourist einen sogenannten Urlauberfischereischein erwerben. Diese Ausnahme-Erlaubnis kostet 10,- €, ist für 28 Tage gültig und kann ein weiteres Mal im laufenden Jahr für 28 Tage (erneut 10,- €) verlängert werden. Die Fischereiabgabe von 10,- € muss zusätzlich entrichtet werden.

Wo bekomme ich den Urlauber-Fischereischein?
Neuerdings kann man den Urlauber-Fischereischein sogar online erwerben:
https://service.schleswig-holstein.de/verwaltungsportal/fvp/fv/MELUR/Fis...

Wo kann ich die Fischereiabgabe zahlen?
Man kann diese Gebühr bei allen Ordnungsbehörden, den Hafenämtern und sämtlichen Außenstellen der Fischereiaufsicht in ganz Schleswig-Holstein erhalten. Auch viele Angelgeschäfte und Hotels in Küstennähe bieten diesen Service an. Man erhält als Beleg eine Abgabemarke, die man in einen sogenannten „Ergänzungsschein zum Nachweis der Fischereiabgabe“ klebt, den man zusammen mit der Abgabemarke erhält, sich aber auch online laden und ausdrucken kann. Auch diese Gebühr kann mittlerweile online entrichtet werden:
https://service.schleswig-holstein.de/verwaltungsportal/fvp/fv/MELUR/Fis...

Die besten Plätze zum Heringsangeln an der Kieler Förde und am Nord-Ostsee-Kanal bei Kiel

Die größte Hürde für Neulinge beim Angeln an der Kieler Förde ist die Frage, wo man angeln darf, wie man dort hinkommt und natürlich wo man parken kann. Viele Bereiche im Hafen von Kiel sind leider nicht zugänglich: Zäune versperren den Weg zu Angelplätzen, an denen man früher noch angeln durfte. Was sicher viele nicht wussten: Der Grund hierfür liegt im Terrorschutz aufgrund der Anschläge vom 11. September 2001, wie in diesem aufschlussreichen Video über das Heringsangeln in Kiel beschrieben wird.

Zum Glück gibt es sowohl im Kieler Hafen, der Förde und dem angrenzenden Nord-Ostsee-Kanal zahlreiche Plätze, von denen es sich erfolgreich auf Heringe angeln lässt. Direkt im Herzen von Kiel pulsiert bei sonnigem Wetter natürlich das Leben und viele Einheimische und Touristen nutzen die maritime Atmosphäre für einen Spaziergang am Wasser, weswegen man an folgenden Plätzen natürlich nie alleine ist:

Zuerst die Hörn, die quasi den Südabschluss der Kieler Förde bildet und das Stadtzentrum im Westen vom Norwegenkai im Osten trennt. Heringsangeln an der Hörn findet sowohl direkt am Ende des rechteckigen Hafenbeckens, als auch an der West- und Ostseite statt. An der Ostseite (Willy-Brandt-Ufer) ist auf jeden Fall der durch gelbe Schilder markierte Fischschonbezirk zu beachten, in welchem absolutes Angelverbot herrscht.

Von der Hörn aus gesehen direkt vor der den Hafen überquerenden Hörnbrücke liegt am Ostufer der Germaniahafen. An dem sich nördlich hinter der Brücke anschließenden Uferbereich befindet sich ein weiterer, sehr beliebter Angelplatz für Heringe. Die Strecke ist übrigens zweifelsfrei an dem aus einer Schiffsschraube bestehenden Denkmal am Ufer zu erkennen.

Weiter zum nächsten Heringsangelplatz, dem Sartorikai: Unmittelbar hinter der vom Wall kommenden Einfahrt in die Straße Sartorikai biegt man links ab und erreicht direkt am Wasser liegende Parkplätze. Hier stehen allerdings in der Saison die Angler dicht an dicht. Dürfte auch mit den bequemen Parkmöglichkeiten zusammenhängen! Wer sein Auto liebt, der dürfte allerdings bei den teilweise etwas ungelenken Wurfversuchen einiger weniger geübter Angler begründete Angst vor Lackschäden am Wagen bekommen. Lassen Sie sich auf keinen Fall von anderen Anglern verleiten und klettern sie über die Zäune auf das Gelände der Fährgesellschaften! Ist verboten und wird auch regelmäßig kontrollliert!

Weiter nördlich, wo die Förde bereits deutlich breitet wird, befindet sich längs des Tiessenkai ein weiterer beliebter Platz zum Heringsangeln. Wichtig: Das Angeln an der Kaimauer (Spundwand) ist verboten. Geangelt werden darf offiziell nur ab dem Bereich der Steinschüttung! Aber augenscheinlich hält sich zur Heringszeit da kaum jemand dran …

Nochmal zurück in den südlichen Fördebereich: Ebenfalls beliebt ist bei Heringsanglern die Mündung der Schwentine in den Kieler Hafen. Gefischt wird am Südufer, wo man in der Nähe des GEOMAR-Instituts über die Wischofstraße direkt ans Wasser gelangt. Parkplätze sind dort zahlreich vorhanden. Wichtig: Für diesen Bereich benötigt man einen Extra-Erlaubnisschein, den man z.B. in örtlichen Angelgeschäften bekommt.

Und wo wir schon beim Extra-Erlaubnisschein sind: Auch für die Befischung des Nord-Ostsee-Kanals ist ein separater Erlaubnisschein nötig (Übersicht der Ausgabestellen für die Nord-Ostsee-Kanal Angelkarte). Wer es ein wenig idyllischer mag und wer nicht so gerne an Kaimauern und in Häfen fischt, dem sei zum Heringsangeln der Nord-Ostsee-Kanal auf jeden Fall ans Herz gelegt. Viele Mitangler trifft man hier vor allem an den bekanntesten Stellen zwar auch, aber alles in allem fischt man am Kanal eher im Grünen als im Grauen. Bitte beachten: Am Nord-Ostsee-Kanal darf nur mit zwei Haken am Paternoster auf Hering gefischt werden!

Sehr bekannt und beliebt ist im Großraum Kiel gleich das Ufer direkt unter der Holtenauer Hochbrücke. Sowohl am Südufer, als auch am Nordufer hat man hier sehr gute Chancen auf die in den Kanal ziehenden Heringe.

Wenige Kilometer weiter westlich stehen auch die Strecken unterhalb der alten Levensauer Hochbrücke und die fast in sichtweite liegenden Kanalstrecken Schweinsgeige (nach einem Gasthof benannt) am Nordufer und Margaretental am Südufer bei Heringsanglern hoch im Kurs!

Alles in allem bietet das aus Kieler Förde, Hafen und Nord-Ostsee-Kanal bestehende Angelrevier rund um die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt eine Vielfalt an unterschiedlichen Stellen zum Heringsangeln. Für welchen Platz man sich letztendlich entscheidet, ist dann oft eher eine Geschmacksfrage, da zur Hauptsaison fast überall die Heringe an den Haken gehen. Und sollten am eigenen Angelplatz mal tatsächlich keine Fische zu finden oder alle Stellen besetzt sein, dann probiert man’s einfach eine Stelle weiter …

Mehr Infos übers Heringsangeln gefällig? Bitteschön:

sonderheft heringsangeln

Autor: Holger Bente