Angler werden

Ist doch ganz einfach, denken die meisten: Man holt sich einen Angelschein und schon geht’s ran ans Wasser. So einfach ist es dann aber doch nicht. Den seit Generationen zitierten Angelschein gibt es entgegen landläufiger Meinung nämlich gar nicht!
 
Im Prinzip sind es drei Dokumente, die man benötigt, um in Deutschland an einem Binnengewässer angeln zu dürfen: das Sportfischerprüfungszeugnis, der Fischereischein und der Erlaubnisschein. Und in genau der selben Reihenfolge kommt man an diese Papiere: Zuerst legt man die Sportfischerprüfung ab, erhält gegen Vorlage des Sportfischerprüfungszeugnisses (wenn man denn bestanden hat!) den Fischereischein beim Ordnungsamt des eigenen Wohnsitzes und kann gegen Vorlage dieser beiden Dokumente beim Pächter oder Besitzer eines Gewässers (meistens ein Angelverein oder Berufsfischer) einen Erlaubnischein beantragen.
 
Zwei Dinge machen dieses Verfahren allerdings etwas komplizierter:
Zum einen ist Fischereirecht größtenteils Länderrecht, was schlichtweg bedeutet, dass jedes unserer 16 Bundesländer eigene Gesetze und Verordnungen erlassen hat, die sich wiederum oftmals deutlich unterscheiden.
Zum anderen keine Regel ohne Ausnahmen:
In Niedersachsen z.B. ist ein Fischereischein nicht zwingend notwendig, um einen Erlaubnisschein zu erwerben oder Mitglied in einem Verein zu werden. Um an der Nord- oder Ostsee in Niedersachsen oder Schleswig-Holstein angeln zu dürfen, ist kein Erlaubnisschein nötig (außer in manchen Hafenbereichen!); der Fischereischein reicht als rechtliche Grundlage.
 

Letztendlich ist es das Beste, sich vor einem Angeltrip an ein Gewässer eines anderen Bundeslandes über die dortigen rechtlichen Vorgaben zu informieren. Hilfreiche Links hierzu findet Ihr unter gesetze & verordnungen